Regionalplan-Stellungnahme: Stadt Paderborn regt Durchbindung der Almetalbahn an

19.04.2021

Bahnhaltepunkte Stadtheide und Marienloh sollen planerisch dargestellt werden.

Eine Stellungnahme der Stadt Paderborn ging während des Beteiligungsverfahrens zum neuen Regionalplan der Bezirksregierung konkret auf die mögliche Reaktivierung der Almetalbahn ein. Im Beteiligungsverfahren konnten sowohl Städte und Gemeinden, wie auch die Öffentlichkeit Stellungnahmen zum Entwurf einreichen. Die Stadt Paderborn wünschte sich die planerische Darstellung von Bahnhaltepunkten am vorhandenen Industriegleis in Richtung Marienloh (frühere Strecke in Richtung Bad Lippspringe). Die Bezirksregierung möge laut Stellungnahme die Haltepunkte Stadtheide und Marienloh planerisch festschreiben, um diese bei einer Reaktivierung der Almetalbahn ggf. mit einbinden zu können. Zudem sollen die beiden bisher planerisch vorgesehenen Haltepunkte in Wewer durch einen Haltepunkt im Bereich des früheren Bahnhofs ersetzt werden.
Ein Regionalplan steckt den rechtlichen Rahmen für die zukünftige Entwicklung ab und gilt für einen Zeitraum von etwa 15 Jahren. Er konkretisiert die Planungen des Landes NRW auf Basis des Landesentwicklungsplans. Auf regionaler Ebene steckt er das Spielfeld für die Stadtentwicklung und die Bauleitplanung der Städte und Gemeinden ab.

Hier erfahren Sie mehr zur Stellungnahme der Stadt Paderborn (Seiten 32 und 33)

Weitere Informationen zum Halt eines Zuges in Wewer am Sternberg finden Sie hier.

Paderborn Hbf: Zugang zum „Almetal-Bahnsteig“ wird barrierefrei

19.04.2021

Die Bauarbeiten im Paderborner Hauptbahnhof haben begonnen, nun wird auch der Zugang zu den Gleisen 4 und 5 barrierefrei. Bis Ende des Jahres 2021 entsteht auch hier ein Aufzug.
Das Gleis 4 war bis zum Ende des Personenverkehrs im Almetal Ankunftspunkt für die Züge aus Richtung Büren. Von hier aus ging es auch zurück ins Almetal. Barrierefrei war 1981 noch nichts, zwischen dem damals 30 cm hohen Bahnsteig und den Zügen klaffte eine große Lücke. Hier kam niemand mit einem Kinderwagen allein aus dem Zug. Die nächste Hürde waren die Treppen der Auf- und Abgänge.

Bei einem Neustart der Almetalbahn dürfen die modernen Triebzüge an Bahnsteigen halten, die jeder allein erreichen kann. Egal, ob mit Kinderwagen, Koffern oder mit dem Rollstuhl.

Foto: Bauzaun mit Ankündigung in der Unterführung des Paderborner Hbf.

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Waldbahnverein erhält Heimatpreis

02.04.2021

Stadt Büren würdigt jahrelanges Engagement

Die Stadt Büren verlieh 2021 erstmals den „Bürener Heimatpreis“ in drei Kategorien. Die neue Auszeichnung, die ehrenamtliches Engagement honorieren soll, überreichte Bürgermeister Burkhard Schwuchow in Ringelstein – direkt an einem früheren Stellwerk der Almetalbahn. 1.000 Euro erhielt der Verein Waldbahn Almetal, der viele Jahre lang Sonderfahrten mit restaurierten Zügen im Almetal anboten hatte. Zwischen Büren-Weinberg und den Almequellen rollten die Züge bis ins Jahr 2014 hin und her.
Mit seinem Engagement hielt der Verein den Personenverkehr im Almetal zumindest abschnittsweise am Leben, eine der Grundlagen für die heutigen Reaktivierungs-Bestrebungen. Etwas erlebbar halten ist eben immer auch die Basis für die Zukunft.

Foto: Wo viele Jahre lang die Schienenbusse des Waldbahn-Vereins fuhren. Strecke der Almetalbahn südlich von Büren

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Scharfe Kritik am Regionalplan-Entwurf

2. April 2021

Scharfe Kritik an Regionalplan-Entwurf
Reaktivierung der Almetalbahn sehr mangelhaft berücksichtigt.

Gravierende Mängel hat der Fahrgastverband PRO BAHN im Entwurf des Regionalplans für den Regierungsbezirk Detmold festgestellt. Diese betreffen auch die Almetalbahn und das Projekt der Reaktivierung.
Der Entwurf des Regionalplans hatte seit November 2020 bis zum 31. März 2021 zur Öffentlichkeitsbeteiligung zur Verfügung gestanden.
Im Verlauf der Vorbereitung einer Stellungnahme hatten sich immer mehr Mängel gezeigt, die auf mangelndes Fachwissen und fehlende Aktualität schließen lassen.
So hatte der Entwurf, der zum 1. November 2020 ins Netz gestellt wurde, noch keinerlei Notiz davon genommen, dass die Reaktivierung der Almetalbahn gemäß Beschlüssen der Zweckverbände Nahverkehr Paderborn-Höxter (NPH) und Ruhr-Lippe (ZRL) beschlossen und die Finanzierung einer Machbarkeitsstudie finanziert wurde. Dementsprechend ist in dem Entwurf wie schon vor 20 Jahren nur von „Trassensicherung“ die Rede. In der kartografischen Darstellung fehlen die Bahnstationen für Weine, Siddinghausen und Ringelstein.
Eine Anbindung des Flughafens Paderborn-Lippstadt ist nicht mehr verzeichnet.
Im nördlichen Abschnitt zwischen Büren und Paderborn sind weitere Mängel erkennbar. So verlangt der Regionalplan, dass die in der Kartenansicht festgelegten Bahnstationen in der örtlichen Bauleitplanung gesichert werden müssen. Die Angabe dieser Stationen erfolgte aber ohne jede fachliche Durcharbeitung. So ist die Reaktivierung des alten Bahnhofs Borchen vorgesehen, obwohl dort keinerlei Flächen für eine moderne Mobilitätsstation vorhanden sind. Alternative Standorte wie für Nordborchen werden aber gar nicht in Betracht gezogen und daher auch nicht in der Raumordnung gesichert. Ein Halt am Frankfurter Weg in Paderborn, der von allen bekannten Gutachten und auch von PRO BAHN vorgeschlagen wird, ist nicht berücksichtigt. Für Wewer wurden hingegen aus einem Gutachten Vorschläge übernommen, die Stationen an nördlichen und südlichen Ortsrand betreffen, aber den historischen Standort im Ortszentrum nicht berücksichtigen.
„Ein Regionalplan muss nicht fachlich nicht so gut sein wie eine Machbarkeitsstudie. Der Regionalplan dient dazu, Zukunftschancen zu sichern, damit sie vor Ort nicht zugebaut werden. Ein Regionalplan muss daher mehr Standorte für Stationen vorschlagen und sichern, als später realisiert werden,“ erklärt Rainer Engel, der für den Fahrgastverband PRO BAHN NRW die Interessen für einen zukunftsfähigen öffentlichen Verkehr vertritt.

Die vollständigen Eingaben und Veröffentlichungen können hier heruntergeladen werden (PDF, 15 MB),
Die Eingaben betreffen ganz Ostwestfalen-Lippe und daher fast alle Bahnlinien sowie die Neubaustrecke Bielefeld – Hannover.

Foto: Der Bezirksregierung in Detmold unbekannt: Noch ist am Frankfurter Weg in Paderborn genügend Raum für eine Bahnstation

Hochsauerland erreicht Rettung des Schnellbusses Paderborn-Brilon

27.02.2021

Schnellbusse sind kein Ersatz für eine Bahnverbindung

Der Ausschuss für Wirtschaft, Struktur und Digitalisierung des Hochsauerland-Kreistages befasste sich Mitte Februar mit dem Nahverkehrsangebot des Paderborner Linienbündels 6, speziell mit dem Schnellbus S10 zwischen Brilon und Paderborn. Bisherige Planungen sahen vor, die durchgehende Verbindung im Juni 2021 einzustellen (siehe Aktuelles-Bericht vom 07.02.2021).
Nun gelang es dem Hochsauerlandkreis offenbar, die durchgehende Verbindung mit einer Kostenbeteiligung zu retten. Geplant ist, die Linie unter dem Namen R30 beizubehalten und vor allem die Bahnhöfe Brilon Wald und Paderborn samt Anschlüssen untereinander zu verbinden. Ob das so kommt und wo zwischendurch noch gehalten wird, werden die Planungen für den nächsten Fahrplan zeigen.

Das Beispiel zeigt, dass Schnellbussysteme keine Alternativen für Eisenbahnverbindungen sind (weitere Informationen dazu auf dieser Webseite). Für attraktive überregionale Verbindungen wird die Linie auch in Zukunft keine Rolle spielen. Kaum jemand wird, wenn er von Korbach nach Hövelhof oder Bielefeld möchte, in Brilon-Wald vom Zug in den Bus steigen, um in Paderborn wieder auf die Bahn zu wechseln. Die Annahme solcher Reiseketten wird durch die Fahrgäste erst mit einer durchgehenden Bahnverbindung nach Reaktivierung der Almetalbahn erfolgen. Selbst, wenn dann noch zwischen den Zügen umgestiegen werden muss. Während derzeit um eine zusätzliche Abfahrt eines Schnellbusses am Samstagabend ab Paderborn in Richtung Brilon gerungen wird, wäre ein Stundentakt auf der reaktivierten Almetalbahn bis spät in den Abend Standard. Ohne, dass sich Ausschüsse und Kreistage mit dem Thema überhaupt beschäftigen müssten.

Auch tariflich bleibt eine Schnellbuslinie dauerhaft ein Problem. In NRW sind zwar schon durchgehende Fahrkarten im Westfalentarif und NRW-Taifi zu erhalten, aber über die Landesgrenze hinaus, etwa nach Nordhessen, gibt es keine durchgehenden Tarifangebote. Dies wird sich erst mit einer Reaktivierung der Almetalbahn ändern, da eine reaktivierte Bahnlinie in alle überregionalen Eisenbahntarife einbezogen wird.

Weitere Informationen finden Sie in der öffentlichen Ausschuss-Vorlage.

Foto: Bisher verläuft die Linie S10 über Bad Wünnenberg-Haaren. Sonderlich gepflegt sind die Stelen nicht, die Linie ist auf dem Schild der Haarener Haltestelle Tredde nicht einmal vermerkt.

Bildquelle: rwe

Almetalbahn im Regionalplan-Entwurf

26.02.2021

Bürgerbeteiligungsverfahren bis Ende März 2021

Der Regionalplan OWL der Bezirksregierung Detmold wird fortgeschrieben und steht noch bis Ende März 2021 in der Bürgerbeteiligungsphase. Als planerische Leitlinie gilt der Regionalplan später für einen Zeitraum von 15 Jahren. Somit lohnt sich der Blick in den Entwurf.

Grundlage für den Regionalplan ist der Landesentwicklungsplan (LEP).
Ab Seite 209 der Regionalplanung geht es um die OWL-Verkehrsplanung. Ab Seite 220 wird auf eine mögliche Reaktivierung der Almetalbahn auf der bisher „regionalplanerisch gesicherten Trasse“ hingewiesen. Der Aspekt der überregionalen Bedeutung, etwa die Verbindung der Verkehrsräume Bielefeld, Paderborn mit Nordhessen, kommt etwas zu kurz. Die überregionalen Möglichkeiten einer Vernetzung durch die Almetalbahn und die aktuell dazu beauftragte Machbarkeitsstudie für die Gesamtstrecke sind im Textentwurf noch nicht sehr ausgeprägt formuliert. Hier wird noch von der Strecke „Paderborn-Büren (-Brilon)“ gesprochen.

Viele Projekte werden einzeln und ohne Verknüpfung untereinander betrachtet. So wird auch die im Regionalplan-Entwurf angeregte Prüfung einer möglichen Bahn-Expressverbindung zwischen Paderborn und Bielefeld (Seite 220) nicht mit der Möglichkeit einer reaktivierten Almetalbahn in Verbindung gebracht. Dabei könnten gerade diese beiden Linien voneinander profitieren.

Foto: Wann kommt das Gleis? Winterliche Trasse der Almetalbahn in Niederntudorf im Februar 2021

Bildquelle: rwe

Hotelbetrieb im Waldbahnhof Brilon-Wald

27.02.2021

„Waldbahnhof“ könnte auch von der Almetalbahn profitieren

Das renovierte frühere Bahnhofsgebäude von Brilon-Wald steht auf dem südlichen Endbahnhof der Almetalbahn Paderborn-Büren-Brilon Wald. Profitieren könnte das Vorhaben „Waldbahnhof“ von der Almetalbahn allemal. Geplant sind 52 Betten mit Restaurant und Biergarten, empfangen werden die Gäste in der früheren Bahnhofshalle. Dort wird es auch für Durchgangsreisende Möglichkeiten zur Einkehr geben.

Eine Erweiterung des Hotelbetriebes mit Neubau zwischen dem Bahnhofsgebäude und der alten Güterabfertigung wurde bereits öffentlich vorgestellt. Der Bau wird die bereits aufgestellten Eisenbahnwaggons überspannen, Übernachtungen werden auch hier möglich sein. Wer mehr wissen möchte: www.waldbahnhof-sauerland.de
Bereits jetzt wird das Projekt mit der schnellen Erreichbarkeit aus Kassel, Dortmund, Marburg und Korbach per Bahn beworben. Es wird Zeit, dass die Nordachse aus Richtung Bielefeld, Paderborn und Büren per Almetalbahn wieder hinzukommt. Per Bahn aus dem Almetal zum Essen mit Biergartenbesuch nach Brilon-Wald und zurück? Mit der Almetalbahn wäre das kein Problem. Das gilt natürlich auch für alle anderen gastronomischen Angebote entlang der Strecke.

Archivfoto: Bahnhofsgebäude von Brilon-Wald im Jahr 2012. Der Waldbahnhof Brilon war damals eine Idee, heute ist das Projekt (fast) umgesetzt.

Bildquelle: rwe

Schnellbus S10 Brilon-Paderborn im Sommer 2021 Geschichte

07.02.2021

Schnellbusse sind keine zuverlässige Alternative zur Bahn

Die durchgehende Schnellbuslinie S10 von Brilon nach Paderborn wird ab Sommer 2021 in Bad Wünnenberg „gebrochen“ und ist damit Geschichte. Fahrgäste müssen dann in der Wünnenberger Schäferstraße umsteigen, was am Ende Fahrzeuge einspart. Zwar gibt es keine echten Leistungskürzungen, da Fahrten zwischen den beiden Städten ja immer noch mit Umstieg möglich sind, die Qualität des Angebots leidet aber erheblich. Umsteigen ist wenig attraktiv und lockt nicht unbedingt zusätzliche Kunden in den Bus.

Die Maßnahme zeigt, wie verwundbar das System der „überregionalen“ Busverbindungen gegenüber einer Eisenbahnverbindung ist. Selbst auf kurzen Distanzen wie der zwischen Brilon und Paderborn. Der Schnellbus ist eben keine zuverlässige Alternative zu einer Bahnverbindung.

Den Fahrgästen ist ein Umstieg zwischen Brilon und Paderborn schon bekannt. Zumindest denen, die schon länger auf der Strecke mit dabei sind. Vor Einführung der Schnellbuslinie im Jahr 2009 musste in Alme umgestiegen werden, auch damals war der „grenzüberschreitende Verkehr“ bereits ein Problem. Schnellbusse wurden im Almetal schon öfter ausprobiert. 1998 gab es den Versuch eines Schnellbusses von Paderborn über Büren nach Rüthen. 2014 dann der Schnellbus zwischen dem Paderborner Flughafen in Ahden und Kassel-Wilhelmshöhe mit Zwischenhalt auf dem Autohof Diemelstadt. Auch dieser überzeugt nicht durch Langlebigkeit, eineinhalb Jahre später war auch hier – trotz günstiger Fahrpreise – wieder Schluss. Fahrgäste ziehen Bahnverbindungen halt vor.
Warum Schnellbusse gar nicht so schnell sind: Mehr erfahren. 

Foto: Der Schnellbus Brilon-Paderborn erreicht am 30. Januar 2021 Haaren. Bildquelle: rwe

Almetalbahn-Internetseite: Wer kommt, liest viel.

07.02.2021

Webseite seit einem Jahr online

Etwa 450 Besucher bewegen sich jeden Monat auf diese Webseite. Wer dabei ist, möchte in der Regel auch viel wissen. Zwischen fünf und sechs Seiten ruft jeder Nutzer im Durchschnitt auf. Ein guter Wert. Die Nutzerzahlen steigen, obwohl der Start der Machbarkeitsstudie beim Aufgabenträger noch nicht einmal erfolgt ist.

Die Internetseite www.almetalbahn-reaktivierung.de ist in diesen Tagen seit einem Jahr online.

CDU und GRÜNE Büren bekräftigen Unterstützung

03.01.2021

CDU und GRÜNE Büren bekräftigen Unterstützung für die Almetalbahn

Im Rahmen einer Abfrage der Ziele für 2021 bekräftigten CDU und GRÜNE in Büren jüngst ihre Unterstützung für das Reaktivierungsprojekt Almetalbahn. Alle im Stadtrat vertretenen Parteien waren von der Wochenzeitung NEUE REGIONALE zu ihren Zielen für das neue Jahr befragt worden. Die CDU Büren legt ihren Blickwinkel nicht nur auf die Weiterentwicklung der Innenstadt, sondern unter dem zentralen Thema des Klimaschutzes auch auf die Bahn. Der Prozess der möglichen Reaktivierung der Almetalbahn soll im neuen Jahr daher weiter begleitet werden. Für die Bürener GRÜNEN ist es wichtig, sich “jetzt dafür stark zu machen”. Auch sie wollen das Thema Almetalbahn 2021 in den Fokus nehmen.